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Erhöhung der Umsatzsteuersätze zum 01.01.2021

Für Leistungen, die nach dem 31.12.2020 erbracht werden, müssen wieder 19% bzw. 7% berechnet werden. Das sollten Unternehmer auch für Ihre Eingangsrechnungen im Rahmen des Vorsteuerabzugs beachten.

Entscheidend ist wie bei der Umstellung ab 01.07.2020, wann die entsprechende Leistung als ausgeführt gilt. Bei Warenlieferungen, die versendet oder befördert werden, ist der Umsatz mit Beginn der Versendung oder Beförderung ausgeführt. Dienstleistungen (sonstige Leistung, z.B. Beratungsleistung) gelten grundsätzlich im Zeitpunkt ihrer Vollendung als ausgeführt.

Für Teilleistungen, Anzahlungen und Vorauszahlungen gelten umsatzsteuerlich Besonderheiten, die wir im Einzelfall klären müssen.

 

Höhere Gewerbesteueranrechnung

Die bei einem Gewerbebetrieb gezahlte Gewerbesteuer kann zumindest teileweise auf die Einkommensteuer des Unternehmers angerechnet werden. Der Ermäßigungsfaktor betrug bisher das 3,8fache des Gewerbesteuermessbetrags. Ab Veranlagungszeitraum 2020 beträgt der Anrechnungsfaktor 4,0. Bis zu einem Hebesatz von 400% können damit im Einzelfall Personenunternehmer vollständig von der Gewerbesteuer entlastet werden.

 

Zeitlich begrenzte Einführung der degressiven Absetzung für Abnutzung

Für in den Jahren 2020 und 2021 angeschaffte oder hergestellte bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wurde durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz die Möglichkeit einer degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA) wieder eingeführt. Somit sind höhere Abschreibungen möglich, was zu einem geringeren zu versteuernden Einkommen führt.

 

Ordnungsgemäße Rechnungen

Aufgrund neuester Rechtsprechung zur rückwirkenden Rechnungsberichtigung, um die Vorsteuer tatsächlich in Anspruch zu nehmen ist für das Erstellen von Rechnungen (Ausgangsrechnungen) folgendes wichtig.

Die Leistungsbeschreibung in der Rechnung muss hinreichend konkret und handelsüblich sein. D. h. die Angabe muss so konkret wie möglich erfolgen. Es muss ggf. die Marke, das Modell, Farbe eines Gegenstands, Stunden, Angabe in Einheiten genannt sein.

 

Großbritannien ist ab 01.01.2021 Drittland für steuerliche Zwecke

Am 31.01.2020 ist das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union ausgetreten. Nach den Regelungen des Abkommens über den Austritt schloss sich ein Übergangszeitraum an, in dem u.a. das Mehrwertsteuerrecht (Umsatzsteuer) der Union im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland weiterhin Anwendung findet/ fand. Dieser Übergangszeitraum wird mit Ablauf des 31.12.2020 enden.

Großbritannien und Nordirland sind nach 31.12.2020 als Drittland für Zwecke der Umsatzsteuer anzusehen.

 

Werbungskostenabzug im Home-Office

Im Zuge der Corona-Krise hat die Arbeit im Home-Office durch Arbeitnehmer zwangsweise zugenommen.

Für die Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers gelten die bisherigen Kriterien weiter.

Der Gesetzgeber hat nun für die Fälle, die die strengen Kriterien nicht erfüllen (z.B. am Küchen-/ Wohnzimmertisch, Arbeitsecke), eine Vereinfachungsregelung beschlossen. Hierbei kann der Steuerpflichtige einen pauschalen Betrag von 5€ für jeden Kalendertag abziehen, an dem er seine gesamte betriebliche und berufliche Tätigkeit ausschließlich in der Wohnung ausübt (max. 120 Tage). Sie ist auf einen Höchstbetrag von 600 € im Jahr begrenzt und wird in den Jahren 2020 und 2021 gewährt. Die Home-Office-Pauschale wird in die Werbungskosten-Pauschale (1.000 €) mit eingerechnet.

 

Erhöhung der Entfernungspauschale

Ab 2021 erhöht sich die Entfernungspauschale von 0,30 €/ km der einfachen Wegstrecke auf 0,35 €/ km ab dem 21. Kilometer. Von 2024 bis 2026 wird die Pauschale für Fernpendler ab dem 21. Entfernungskilometer um weitere 3 Cent (somit 0,38 €) erhöht. Danach soll nach bisheriger gesetzlicher Lage wieder der ursprüngliche Abzug in Höhe von 0,30 € möglich sein. Diese Regelung gilt für Arbeitnehmer, Unternehmer und auch für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung.

 

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Ab Januar 2021 wird das Kindergeld um 15 € monatlich pro Kind auf jeweils 219 € für das erste und zweite Kind, auf 225 € für das dritte Kind und auf 250 € für das vierte sowie jedes weitere Kind steigen.

Der jährliche Kinderfreibetrag erhöht sich um 288 € auf 5.460 €. Ebenso wird der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf um 288 € auf 2.928 € erhöht.

 

Grundfreibetrag

Der jährliche Grundfreibetrag steigt 2021 auf 9.744 € und 2022 auf 9.984 €.

 

Höhere Behinderten-Pauschbeträge

Die derzeitigen Behinderten-Pauschbeträge werden verdoppelt und die Systematik angepasst.

In Zukunft soll ein Grad der Behinderung bereits ab 20% festgestellt werden (bis 25%). Zudem soll ein behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag eingeführt werden. Darüber hinaus wird der Pflege-Pauschbetrag angepasst.

 

Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinziehende

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird für die Jahre 2020 und 2021 jährlich von 1.908 € auf 4.008 € angehoben. Ab dem zweiten Kind wird der Betrag um 250 € erhöht (wie bisher).

 

Fristen für die Abgabe/ Übermittlung der Steuererklärungen

Aufgrund der steuerlichen Vertretung durch einen Steuerberater endet die Frist für Steuererklärungen für 2019 am 28.02.2021. Auf der Ebene der Finanzverwaltung hat man sich im Dezember 2020 dazu entschieden, die Frist um einen Monat zu verlängern. Der Deutsche Steuerberaterverband und die Bundessteuerberaterkammer hatten eine Verlängerung bis Ende Mai 2021 gefordert, aufgrund der Arbeitsbelastung in den Kanzleien (Beantragung der staatlichen Hilfen, coronabedingte Mehrbelastungen). Die Koalitionspartner einigten sich dem Vernehmen nach am 17.12.2020 auf eine Verlängerung bis zum 31.08.2021.

 

Diese Punkte sind lediglich eine Auswahl der Neuerungen im Steuerrecht und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es treten u.a. durch das jährliche Jahressteuergesetz eine Vielzahl von Änderungen ein, teilweise auch bedingt durch die Corona-Pandemie. Alle Regelungen können an dieser Stelle nicht dargestellt werden. Daher kann die persönliche Situation nur durch eine steuerliche Beratung oder im Rahmen der Erstellung der Steuererklärungen geklärt werden.

 

Weiterführende Details zu den einzelnen Punkten können wir Ihnen gerne im persönlichen Beratungsgespräch erläutern.

 

Disclaimer:

Diese Informationen ersetzen keine steuerliche Beratung – es handelt sich um allgemeine Aussagen. Jeder Sachverhalt ist gesondert zu prüfen.

 

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